Der Entwurf „ACT UP“ interpretiert den Inhalt des zu umhüllenden Bühnenturms mit seiner Vielschichtigkeit von Kulissen, Bewegungen und Licht.
| Program: | Facade Construction |
| Client: | Neue Schauspielhaus GmbH |
| Scope: | Design Concept | Location: | Hamburg, Germany |
| Floors : | 5 |
| Total Height | 33,15 m |
| Site Area: | 6,000 sqm |
| Status: | 2010 competition entry, second phase |
| Team: | Till Speetzen, Kora Krzykowska, Martin Klingner, Johannes von Reiswitz |



Gleich einer Empore in die Stadt wird der Turm des Schauspielhauses als Bühne begriffen schafft eindrucksvolle Wechselbeziehungen zwischen dem umgebenden Stadtraum und dem Schauspielhaus.
Die vorgeschlagene Fassade legt eine einfache Hülle um das Volumen des Bühnenturms. Das Volumen wird dabei innerhalb der vorgegebenen Abstandsflächen aufgeweitet und zu einem neuen einheitlichen Volumen vereinfacht.
In dem so entstandenen Zwischenraum, zwischen der neuen Fassade und dem Volumen des Bühnenturms laufen lineare Treppen, die ab der 3. Arbeitsebene an die beiden inneren Treppenhäuser des Theaters anschliessen, auf das Dach des Turms.
Die skulptural ausgeformten Treppen werden in drei Bewegungssträngen um den eigentlichen Bühnenkörper gewickelt.
Gleich der Vielschichtigkeit des Inhalts umhüllt die neue Fassade die eigentlichen Funktionen des Bühnenturms und schafft in Analogie zum Theater einen sich stets ändernden Ausdruck von Hinter- und Vordergrund. Aus dem Strassenraum wirkt die vielschichtige Fassade tagsüber verschleiernd mit je nach Standpunkt unterschiedlichen Transparenzen. Nachts erscheinen die umlaufenden Treppen durch Beleuchtung wie eine Art Empore, die die Bühne in den Stadtraum öffnen.
Der Aufbau der Fassade macht die technische Funktionalität des Bühnenturms, als wesentlichen Bestandteil des Theaterbetriebs im Stadtraum sichtbar. Der umlaufende Treppengang als eine Art Bühnenraum und Signal in die Stadt erweckt die Neugier der Stadtbesucher.
Nachts wird durch im Treppenraum inszeniertes Licht die „Bühne“ in den Stadtraum geöffnet und die dahinter liegenden Treppen sichtbar.
Die golden schimmernde Fassade der Aussenhaut ist eine Umkehrung des Innendekors, der goldenen Ornamentik des Zuschauerraums. Analog wird sie zum Zuschauerraum im Stadtraum.
Durch die unterschiedlich gefrästen von unten nach oben unterschiedlich dicht perforierten Platten entschleiert sich Hamburgs Silhouette allmählich beim Aufstieg auf den Bühnenturm. Die so entstehende transluzente goldene Verlaufsfassade, betont die vertikalen Auf- und Abbewegungen von Schnürboden, Kulissen, Bühne, Emporen und Arbeitern.
Die Vorstellung ist vorbei, das Theater beginnt, ACT UP!

Siteplan


Elevations

South

North

West

East
Section

Floorplans

Arbeitsgalerie

Schnürboden – Maschinenraum
Treppen
Im Zwischenraum zwischen Bühnenturm und neuer Fassade verlaufen die für den Bühnenturm notwendigen Treppenhäuser. Ab dem Bereich der dritten Arbeitsgalerie schließen diese einläufigen Fluchttreppenhäuser an die geplanten Treppenhäuser an und legen sich in einer umlaufenden Bewegung um den Turm. Die zwei je Geschoss notwendigen Treppenhäuser docken an den jeweils wichtigen Punkten, an den Arbeitsgalerien, dem Bühnenaufzug und im Flur des Maschinenraums, an das Gebäude an. Durch die horizontal umlaufenden Treppenläufe wird eine neue funktionale Quervernetzung innerhalb des Turms geschaffen.
Optional ist es möglich, die unterste Treppe auf der Westseite an den Treppenraum der Logen anzuschließen, und für unabhängige Besucherführungen zu nutzen.
Die Treppen schliessen im Innenbereich direkt an die Fassade des Bühnenturms an. An den Stellen der Treppenkreuzungen entsteht durch die versetzt laufenden Treppen ein tieferer Fassadenabstand. Durch die unterschiedlich tiefen Abstände der Fassade zum Bühnenturm können alle verspringenden Bauteile, wie die konstruktiv notwendigen Stützen und Träger auf der Ostseite in das vorgeschlagene Volumen integriert werden.
Die bereits geplanten Fluchttreppenhäuser entfallen ab der 3. Arbeitsgalerie und werden durch die neuen, notwendigen Treppen ersetzt, wodurch keine überdurchschnittlichen Mehrkosten für das Budget entstehen.
Diagrams

Facade

Die neue Aussenhaut bildet eine warm schimmernde Fassade mit unterschiedlich dicht perforierten Blechen. Die gold glänzenden Metalloberflächen der äußeren Fassadenhülle schaffen Bezüge zum Gebäude, setzen sich aber in ihrer Erscheinung deutlich von den massiven Steinfassaden der Umgebung ab. Das Fassadenvolumen wird durch die unterschiedlich dichten Perforierungen der Paneele nach obenhin leichter und schwebender.
Facade construction

Die leicht auskragende Fassadenkonstruktion der einläufigen Treppen und der äußeren Hülle kann problemlos an die vorhandene Stahlkonstruktion des Bühnenturms angeschlossen werden. Die Treppenhäuser aus einer reduzierten Stahlkonstruktion, werden ebenfalls mit einer metallischen Oberfläche verkleidet. Die einzelnen Fassadenbleche sind auf einer leichten Unterkonstruktion verschraubt, die am Bühnenturm verankert ist und auf den vorhandenen Stahlträgern auf der Dachebene aufgeständert wird.
Facade studies

Ein ausgewogenes Verhältnis von Metallpaneelen mit abgestuften Lochgrößen, und Paneelen mit speziellen Verläufen, schaffen die gewollt unregelmäßigen Verläufe und Strukturen innerhalb der Fassadenfläche.
Die einzelnen Bleche verfügen über einen differenzierenden Lochanteil mit Lochgrößen von 0,5 bis 7 Zentimeter. Eine Mischung von standardisierten Blechen mit gleichmässiger Lochung und Verläufen ermöglichen differenzierte Übergänge in der Fassade. Die Oberflächen in einem warmen goldenen Ton sind wetterbeständig und reinigungsarm.



